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Ganesha-252

Ganesha-252

Ganesha-252: Große Bronzeskulptur aus Bali. Bali ist die einzige Insel des „Vielvölkerstaates“ Indonesien auf der die hinduistische Tradition weitgehend erhalten geblieben ist. Die meisten Balinesen bekennen sich zur Hindu-Dharma-Religion, der balinesischen Glaubensform des Hinduismus. Auch hier erfreut sich „Dewa Ganesha“ großer Beleibtheit. Er ist der Gott des Haushaltes und des Besitzes und gilt als sehr weise, intelligent und gebildet, weswegen man ihn auf den balinischen Schulhöfen als Vorbild für die Schüler aufstellt. Die Balinesen bitten vor größeren Vorhaben Ganesha um gutes Gelingen.

Schöner Bronzeguss mit dunkelgrüner Patina. Der vierarmige Ganesha sitzt auf einem Lotosthron und nascht Süßigkeiten. Sein Haupt wird von einer fünf-zackigen krone geziert. Der rechte Stoßzahn ist – wie in der Legende überliefert- abgebrochen. Sein Körper ist mit Schmuckapplikationen verziert. Höhe ca. 51 cm.

frontansicht der bronze figur Ganesha-252
Ganesha-252, Frontansicht
seitenansicht der ganesha skulptur aus indonesien
Seitenansicht von links
ansicht der bronzeskulptur des elefantengottes von rechts
Ansicht von der rechten Seite
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Ganesha-Shakti-228

Ganesha-Shakti-228

Ganesha-Shakti-228

Über die Frage nach Ganeshas Ehestatus herrscht in Indien keine Einigkeit. Im Norden Indiens gilt er als mit Siddhi („Klugheit und Reichtum“) bzw. Riddhi („Erfolg, Gedeihen“) und Buddhi („Weisheit“) verheiratet, die beide oft auch nicht als reale Gattinnen, sondern als symbolische Eigenschaften des Gottes verstanden werden. Beide bilden Ganeshas Shakti. Im Süden Indiens gilt der Gott hingegen als ewiger Junggeselle, im „Zölibat“ lebend.

Die gezeigten Fotos von Ganesha-Shakti-228 sind jedoch eher typisch für den tantrischen Buddhismus in der Himalaya-Region. Hiervon gibt es mehrere Varianten, auf die ich hier aber nicht explizit eingehen möchte. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass die Vereinigung von Frau und Mann als Symbol der Einheitserfahrung gesehen wird. Der Tantrismus sieht sich als Weg, die den Wesen innewohnende Erleuchtung freizulegen und in einem einzigen Leben Erleuchtung erlangen zu können. Um den tantrischen Weg zu begehen, ist die Initiation (Einweihungsritual) durch einen Lehrer („Guru“, „Lama“) wesentlich. Der tantrische Lehrer führt den Schüler in die Aspekte der rituellen Praxis („Sadhana“) ein. Sowohl bei der Initiation als auch bei der Praxis kommt es zur Verwendung von „Mantras“ (heiligen Silben), „Mudras“ (speziellen Gesten) und „Mandalas“ (Diagramme, die visualisiert werden oder einen heiligen Raum abstecken). In Visualisierungen wird mit Meditationsgottheiten (tibetisch „Yidam“) gearbeitet. Lehrer und Schüler identifizieren sich dabei mit einer Figur, die Qualitäten der Erleuchtung verkörpert.  Die buddhistischen Mönche leben i.d.R. keusch, geleichwohl gibt es im tantrischen Buddhismus eine ausgeprägte sexuelle Symbolik, besonders in der Darstellung der Gottheiten mit ihren Gefährtinnen, wie hier bei Ganesha-Shakti-228, woraus oftmals ein falscher Eindruck entsteht. Die Sexualorgane werden zwar deutlich gezeigt, es geht im wesentlichen aber nicht um die Zelebrierung von „körperlichem Sex“, sondern vielmehr dient die figürliche Darstellung einer sexuellen Vereinigung ( in Tibet „Yab-Yum“ genannt) als Hilfsmittel für verschiedene Meditationspraktiken. Durch Übungen und Visualisierungen soll das Bewußtsein erweitert werden. Auch hier geht es um die Vereinigung der Polaritäten und die Möglichkeit damit verborgene Energien wieder freizusetzen.

Sowohl im Tantrismus Indiens als auch im tantrischen Buddhismus gibt es unterschiedliche Strömungen und Praktiken, die nicht von allen kritiklos akzeptiert werden. Einen interessanten Artikel hierüber findest du in der Zeitschrift „Emma“.

Ganesha-Shakti-228: Hochwertige Bronzearbeit bei der die Figuren aus der „verlorenen Form“ gegossen wurden. Ganesha und seine Shakti werden hier sitzend beim Geschlechtsakt dargestellt. Ganesha hat seine beiden Hände in „Shunya-Mudra“ nach außen gerichtet. Seine Shakti umarmt ihn. In ihrer rechten Hand hält sie ein Hackmesser (Kartika), in ihrer linken eine Schädelschale (Kapala). Beide sind vollkommen nackt. Es handelt sich hier um einen rituellen Akt, bei dem der symbolisch getötete Dämon der Unwissenheit, Zwietracht etc. zerstückelt und dessen Blut aus der Schädelschale getrunken wird (Aufnahme der Weisheit und Energie). Die nackten Figuren (Zeichen der Reinheit) sind in sexueller Vereinigung, bei der die getrennten Energien (weiblich/männlich) wieder zum Absoluten zusammengeführt werden.

Schwierige, passgenaue Anfertigung, die nur von Meistern Ihres Fachs beherrscht wird (bei der sexuellen Vereinigung umarmen sich die beiden Figuren und die Geschlechtsteile passen genau zusammen.) Das Meisterstück wurde von Newari-Handwerkern in Patan gefertigt. Fein nachgearbeitet, fast komplett feuervergoldet, die Gesichter mit Goldpulver bemalt, Haare und einige Akzente mit Mineralfarben koloriert. Höhe ca. 20 cm.

seiliche ansicht von Ganesha-Shakti-228
Ganesha in Vereinigungspose mit seiner Shakti
frontansicht der vereinigungungspose von Ganesha-Shakti-228
Frontansicht
ansicht von innigste umarmung von ganesha und seiner shakti
Umarmung von Ganesha und Shakti
detailansicht der einzelnen figuren von Ganesha-Shakti-228
Detailansicht des getrennten Paares
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Ganesha-153

Ganesha-153

Ganesha-153 ist sicherlich eine der weltweit bekanntesten und beliebtesten Gottheiten in der hinduistischen Mythologie. In Nepal wird er sowohl von Hinduisten als auch von Buddhisten verehrt.

Ganesha ist der Beseitiger aller Hindernisse und wird auch als Gott des Erfolges und “Money Magnet“ bezeichnet steht  in großer oder in kleiner Form in jedem nepalesischen Unternehmen um den Geldfluss und das Geschäft positiv zu beeinflussen.

Weitere Infos findest du unter Ganesha 216 , Bergkristall-Ganesha-229 und Ganesha-Shakti-228.

Herstellung

Diese Skulptur des Ganesha-153 stammt aus Nepal und ist im Antique copper-finish-style“ gefertigt. Zur Herstellung der Figur wurde zunächst ein Wachsmodel angefertigt. Dieses Model hat man dann mit Lehm umkleidet. Nachdem Aushärten des Lehms entstand die Guss-Form, die nur einmal verwendet werden konnte und deshalb als „verlorenen Form“ bezeichnet wird. Beim Gießprozeß wurde heiße, flüssige Messing-Bronze in die Gussform gegossen. Das Wachs schmolz und verdampfte schließlich, während das Messing nach dem Erkalten in der verbliebenen Lehmhülle ausgehärtete. Der Rohguss war entstanden. Dieser erhielt dann die notwendige Feinarbeit, wurde glatt geschliffen und poliert. Die Ornamente und feinen Details haben die Handwerker dann mit Hammer und Stichel herausgearbeitet (Ziselierung). In einem weiteren Arbeitsschritt wurde auf die Skulptur noch ein hauchdünner Kupferüberzug aufgebracht. Um einen schönen Kontrast zu erhalten, wurde dieser danach an ausgewählten Stellen wieder entfernt. Durch diesen in Nepal Antique copper-finish-style“ genannten Prozess erhalten die religiösen Kunstwerke einen feinen Kontrast in Goldbronze- und Kupfertönen, der im Gegensatz zu lackierten Stücken relativ kratzfest ist und durch seinen dezenten Metallglanz fasziniert. Dieses Verfahren ist mir nur aus Nepal bekannt und wird dort nur noch in kleinen Stückzahlen angewandt.

Beschreibung

Die Statue des Ganesha-153 zeigt die Gottheit in sitzender Pose mit geöffneter Beinhaltung in „Virasana“ (Heldensitz). Auf dem Haupt ruht eine geschmückte Krone, erhöht von einem zentralen Fächer, an dessen Spitze ein Halbmond dargestellt ist. Die großen Ohren des Elefantenkopfes stehen als Symbol für das Hören und die Aufmerksamkeit gegenüber seinen Anhängern. Der dicke Bauch verdaut friedvoll alles Gute und Böse im Leben. Die vier Arme halten unterschiedliche Attribute: eine Axt (Parashu), die alle Abhängigkeiten durchtrennt; eine Gebetsschnur (Akshamala) und Süßigkeiten (Befreiung und Belohnung). Die vordere rechte Hand gewährt mit dem „Abhaya-Mudra“ Segen, Schutz und Beruhigung. Vor seinen Füßen krabbelt eine Maus am Lotos-Thron hoch. Schönes Unikat aus den Handwerkstätten Patans mit einer Gesamthöhe ca. 29 cm.

frontansicht der skulptur Ganesha-153
Ganesha-153 im „antique copper-finish style“
details der rechten seite von Ganesha-153
Detailansicht, rechte Seite
ansicht linke seite von Ganesha-153
Detailansicht, linke Seite
Ganesha-153 von hinten aus betrachtet
Ganesha-153, Rückansicht
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Shankha-Muschelhorn-212

Shankha-Muschelhorn-212

Allgemein

Auf den Fotos weiter unten seht ihr das Shankha-Muschelhorn-212. Das Muschelhorn bzw. Schneckenhorn wird im indischen Sprachraum „shankha“ genannt auf tibetisch heißt es „dung dkar„. Es ist neben der Keule, dem Rad und der Lotosblume eines der vier Hauptattribute des Hindugottes Vishnu. Nach einer nepalesischen Sage ist die Königsstadt Bhaktapur auf Vishnus Shanka erbaut worden. Weiterhin ist es ein wichtiges Attribut der Hindu-Göttin Durga und gehört überdies zu den ‚Acht Glückssymbolen‘ (ashtamangalas) der drei in Indien entstandenen Religionen Buddhismus, Hinduismus und Jainismus. Das Muschelhorn ist akustisch eng verbunden mit der mit tiefer Stimme artikulierten heiligen Silbe „Om“.

Ursprung

Das sogenannte ‚Muschelhorn‘ ist aus dem Gehäuse der im Indischen Ozean lebenden ‚Echten Birnschnecke‘ (Turbinella rapa, syn. Turbinella Pyrum) gefertigt, welches manchmal an den Küsten des Indischen Subkontinents angeschwemmt wird. Korrekterweise handelt es sich somit nicht um ein „Muschelhorn“ sondern um ein „Schneckenhorn“, da die erstere Bezeichnung aber gebräuchlicher ist, habe ich sie in diesem Beitrag auch mehrmals verwendet.

Irgendwann entstand die Idee, aus dem Gehäuse ein Blasinstrument herzustellen.

Verwendung

Meeresschneckentrompeten (bzw. Muschelhörner) werden für buddhistische Klöster i.d.R. als Paar angefertigt. Sie werden für verschiedene Rituale eingesetzt. In den meisten tibetischen Klosteranlagen werden die Mönche morgens um fünf Uhr durch das Schlagen eines Gongs geweckt. Dann lädt der langgezogene Ton der beiden Shankhas, die von zwei Mönchen auf dem Klosterdach geblasen werden, die Klostergemeinde ein, sich zur großen Versammlungshalle zu begeben. Dabei wechseln sich die beiden Bläser ab, so dass ein konstanter und fortlaufender Ton erzeugt wird. Dieser Ton kann durch langsames An- und Abschwellen der Lautstärke moduliert werden. In Verwendung als Blasinstrument werden Anfertigungen wie das Shankha-Muschelhorn-212 auch die „weiße Meeresschnecken-Trompete“ (tib.: chos dung dkar po) bezeichnet.

Das Gehäuse der Meeresschnecken wächst -von der Spitze aus betrachtet- normalerweise im Uhrzeigersinn (ist also „rechtsgewunden“). Ungefähr unter einer Million Schnecken kommt eine mit einem „linksgewundenen“ Gehäuse vor (situs inversus), diese gelten als besonders wertvoll. Nach tibetischen Texten soll diese seltene Variante nur dann entstehen, wenn die Lebewesen zuvor fünfmal als Meeresschnecke wiedergeboren wurden. Die Tibeter bezeichnen die Drehrichtung des Schneckengehäuses allerdings umgekehrt, anders als die Zoologen nämlich von unten, der Blickrichtung des Gehäuseausganges her. Eine aus naturwissenschaftlicher Sicht „linksgewundene“ Meeresschnecke, würden die Tibeter als „rechtsgewunden“ beschreiben. In einigen tibetischen Klöstern soll es wertvolle (nach zoologischer Betrachtungsweise) „linksgewundene“ Meeresschneckentrompeten geben. Nach meinen Recherchen werden die Begriffe „rechtsgewunden“ und „linksgewunden“ aber auch schon mal von Experten verwechselt (vgl. Tibet, Klöster öffnen ihre Schatzkammern, Kulturstiftung Ruhr, 2006).

Herstellung

In Tibet wird die Meeresschnecken-Trompete längs geblasen (in einigen Regionen wie z.B. Osttimor wird sie quer angesetzt.) Zur Herstellung des Blasinstrumentes wird das Endstück der Gehäusespitze abgeschnitten, um ein Anblasloch zu erhalten. Über diesem Loch wird anschließend das Metallmundstück mit einer besonderen Kitmasse fixiert. An dem entgegengesetzten Ende montiert man dann einen Schalltrichter an. Am nach außen gerichteten Rand des Ausganges vom Schneckengehäuse wird schließlich noch ein metallener Flügel angebracht. Hierdurch wird der Luftstrom reguliert und ein größerer Resonanzkörper geschaffen, der dem Instrument einen vollen und tiefen Klang verleiht.

Beschreibung

Das Shankha-Muschelhorn-212 stellt eine künstlerisch hochwertig verarbeitete Meeresschnecke dar. Das Mundstück, der Schalltrichter und der Flügel ist mit fein ausgehämmertem Silberblech ausgekleidet (Pflanzenornamente von umlaufenden Perlbändern abgegrenzt.) Auf der Außenseite des silbernen Flügels ist ein Cabochon aus roter Koralle, umgeben von zwei Türkisen eingearbeitet. Das Ende des Schalltrichters wird ebenfalls von einem großen Türkis-Stein abgeschlossen. Die Oberfläche des weißen Schneckengehäuses ist zu einem Relief ausgeschliffen und farblich gestaltet. Auf der Vorderseite sehen wir eine große Rosette mit 8 angedeuteten Blütenblättern. Ihr kleiner Kreis im Zentrum zeigt das „Ying- und Yang- Zeichen“ in den Farben gelb und grün. Der äußere größere Kreis ist in 8 Sektoren aufgeteilt, in denen die „Ashtamangalas“ – 8 Glückszeichen- eingraviert sind. Links davon sehen wir weitere farblich ausgeschmückte Schriftzeichen. Rechts neben der Rosette ist in rot-orangen Tönen ein Dharmachakra „Rad des Gesetzes“ eingraviert.

Beim Anblasen wird das Shankha-Muschelhorn-212 an der Seite des Mundes angesetzt und so gehalten, dass der metallene Flügel nach oben weist. Länge ca. 26 cm, Breite ca. 12 cm.

bild von Shankha-Muschelhorn-212 in laengsansicht
Muschelhorn mit Ashtamangalas und Verzierungen
abbildung mit weiteren details zu Shankha-Muschelhorn-212
Dharmachakra und Innenseite des silbernen Metallflügels