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Ganesha-Shakti-228

Ganesha-Shakti-228

Ganesha-Shakti-228

Über die Frage nach Ganeshas Ehestatus herrscht in Indien keine Einigkeit. Im Norden Indiens gilt er als mit Siddhi („Klugheit und Reichtum“) bzw. Riddhi („Erfolg, Gedeihen“) und Buddhi („Weisheit“) verheiratet, die beide oft auch nicht als reale Gattinnen, sondern als symbolische Eigenschaften des Gottes verstanden werden. Beide bilden Ganeshas Shakti. Im Süden Indiens gilt der Gott hingegen als ewiger Junggeselle, im „Zölibat“ lebend.

Die gezeigten Fotos von Ganesha-Shakti-228 sind jedoch eher typisch für den tantrischen Buddhismus in der Himalaya-Region. Hiervon gibt es mehrere Varianten, auf die ich hier aber nicht explizit eingehen möchte. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass die Vereinigung von Frau und Mann als Symbol der Einheitserfahrung gesehen wird. Der Tantrismus sieht sich als Weg, die den Wesen innewohnende Erleuchtung freizulegen und in einem einzigen Leben Erleuchtung erlangen zu können. Um den tantrischen Weg zu begehen, ist die Initiation (Einweihungsritual) durch einen Lehrer („Guru“, „Lama“) wesentlich. Der tantrische Lehrer führt den Schüler in die Aspekte der rituellen Praxis („Sadhana“) ein. Sowohl bei der Initiation als auch bei der Praxis kommt es zur Verwendung von „Mantras“ (heiligen Silben), „Mudras“ (speziellen Gesten) und „Mandalas“ (Diagramme, die visualisiert werden oder einen heiligen Raum abstecken). In Visualisierungen wird mit Meditationsgottheiten (tibetisch „Yidam“) gearbeitet. Lehrer und Schüler identifizieren sich dabei mit einer Figur, die Qualitäten der Erleuchtung verkörpert.  Die buddhistischen Mönche leben i.d.R. keusch, geleichwohl gibt es im tantrischen Buddhismus eine ausgeprägte sexuelle Symbolik, besonders in der Darstellung der Gottheiten mit ihren Gefährtinnen, wie hier bei Ganesha-Shakti-228, woraus oftmals ein falscher Eindruck entsteht. Die Sexualorgane werden zwar deutlich gezeigt, es geht im wesentlichen aber nicht um die Zelebrierung von „körperlichem Sex“, sondern vielmehr dient die figürliche Darstellung einer sexuellen Vereinigung ( in Tibet „Yab-Yum“ genannt) als Hilfsmittel für verschiedene Meditationspraktiken. Durch Übungen und Visualisierungen soll das Bewußtsein erweitert werden. Auch hier geht es um die Vereinigung der Polaritäten und die Möglichkeit damit verborgene Energien wieder freizusetzen.

Sowohl im Tantrismus Indiens als auch im tantrischen Buddhismus gibt es unterschiedliche Strömungen und Praktiken, die nicht von allen kritiklos akzeptiert werden. Einen interessanten Artikel hierüber findest du in der Zeitschrift „Emma“.

Ganesha-Shakti-228: Hochwertige Bronzearbeit bei der die Figuren aus der „verlorenen Form“ gegossen wurden. Ganesha und seine Shakti werden hier sitzend beim Geschlechtsakt dargestellt. Ganesha hat seine beiden Hände in „Shunya-Mudra“ nach außen gerichtet. Seine Shakti umarmt ihn. In ihrer rechten Hand hält sie ein Hackmesser (Kartika), in ihrer linken eine Schädelschale (Kapala). Beide sind vollkommen nackt. Es handelt sich hier um einen rituellen Akt, bei dem der symbolisch getötete Dämon der Unwissenheit, Zwietracht etc. zerstückelt und dessen Blut aus der Schädelschale getrunken wird (Aufnahme der Weisheit und Energie). Die nackten Figuren (Zeichen der Reinheit) sind in sexueller Vereinigung, bei der die getrennten Energien (weiblich/männlich) wieder zum Absoluten zusammengeführt werden.

Schwierige, passgenaue Anfertigung, die nur von Meistern Ihres Fachs beherrscht wird (bei der sexuellen Vereinigung umarmen sich die beiden Figuren und die Geschlechtsteile passen genau zusammen.) Das Meisterstück wurde von Newari-Handwerkern in Patan gefertigt. Fein nachgearbeitet, fast komplett feuervergoldet, die Gesichter mit Goldpulver bemalt, Haare und einige Akzente mit Mineralfarben koloriert. Höhe ca. 20 cm.

seiliche ansicht von Ganesha-Shakti-228
Ganesha in Vereinigungspose mit seiner Shakti
frontansicht der vereinigungungspose von Ganesha-Shakti-228
Frontansicht
ansicht von innigste umarmung von ganesha und seiner shakti
Umarmung von Ganesha und Shakti
detailansicht der einzelnen figuren von Ganesha-Shakti-228
Detailansicht des getrennten Paares

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