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Degen-655

Degen-655

Degen-655, Galanteriedegen mit Silbergefäß, Frankreich um 1770.

Gekehlte Dreikantklinge, gebläut mit vergoldeter Floralätzung, etwas angelaufen. Massiv silbernes Bügelgefäß mit diamantiert geformten Silberperlen, das nierenförmige Stichblatt auf der Außenseite mit gestricheltem Dekor. Mehrere Punzen. Gute Qualität. Länge 93 cm.

Galanterie-Degen der oben gezeigten Art wurden vor allem in Frankreich und England hergestellt. Hierzu wurden die Gefäße sowie der einen Edelsteinbesatz imitierende Dekor noch gegossen und anschließend mit Stichel und Meißel in Form gebracht. Einige Jahre später kamen Stahlperlen in Mode. Diese wurden separat produziert und dann „diamantiert bzw. brillantiert“ d.h. so nachbearbeitet, dass sie wie Brillanten aussahen und in Silbergefäße eingesetzt (siehe hierzu Degen aus der Sammlung Beck). Ab etwa 1800 verwendete man überwiegend Stahlgefäße, die man mit feinen Bohrungen versah und mit zunehmend kleiner gefertigten brillantierten Stahlkugeln optisch aufwertete. Ein Beitrag mit Bildern hierzu folgt in Kürze.

gesamtansicht von degen-655 mit dreikantklinge und silbernem gefaess
Galanteriedegen mit Dreikantklinge und Silbergefäß
klinge von degen-655 mit blaeuung und vergoldeter zieraetzung
Dreikant-Klinge mit Bläuung und vergoldeter Zierätzung
massives silbergefaess von degen-655 mit diamantierten silberperlen
massives Silbergefäß mit diamantierten Silberperlen
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Spund-Bajonett-684

Spund-Bajonett-684

Spund-Bajonett-684 europäisch um 1700. Frühes Bajonett zur Verwendung bei der Jagd. Nach dem Abfeuern eines Schusses konnte man das Bajonett mit dem Griff (Spund) in den Gewehrlauf stecken und zum Stich gegen das Wild einsetzen.

Gerade Rückenklinge (korrodiert) mit breiter Hohlkehle und zweischneidiger Spitze. Reichhaltige Zierätzung und Vergoldung auf dem gesamten Klingenblatt bis zur Spitze. Mit Voluten und Ranken geschmückte, leicht S-förmige Parierstange aus Buntmetall. Der profilierte Hilzenring faßt den typisch konischen Griff. Dieser ist aus dunklem Holz mit genoppten Ringen geschnitzt und wird von einem kleinen, runden Messingknauf abgeschlossen. Länge 52 cm.

spund-bajonett-684 aus mitteleuropa um 1700 zur jagdlichen verwendung
mitteleuropäisches Spundbajonett um 1700 für die Jagd
details der zieraetzung und vergoldung uf der klinge von spund-bajonett-684
Klinge mit Zierätzung und Vergoldung
detailansicht der parierstange von spund-bajonett-684
Details von Parierstange, Hilzenring und Klinge
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Hirschfänger-707

Hirschfänger-707

Hirschfänger-707, deutsch, Mitte 18. Jahrhundert.

Lange, gerade und zweischneidige Klinge mit linsenförmigem Querschnitt. Auf der Klingenwurzel geätztes Bandelwerk, daran anschließend jagdliche Ziergravuren von Hirschen und Wildschweinen, die durch Jagdhunde verfolgt werden.

Mit Voluten und Ranken geschmücktes, vergoldetes Messinggefäß. Auf den Klingenschultern ruht die Stoßplatte mit der Parierstange. Diese ist gerade mit nach unten eingerollten Enden und hat auf der einen Seite eine kleine Öse für das fehlende Griffkettchen. Der breite Hilzenring ist mit geometrischen Mustern verziert, in ihm steckt der glatte Elfenbeingriff. An ihm ist ebenfalls eine kleine Öse montiert. Der Vernietknauf mit kugeligem Abschluss fixiert die Angel.

Dazugehörige Scheide mit braunem Leder. Mundblech und Mittelband ebenfalls -zum Gefäß passend- fein profiliert und vergoldet sowie mit Trageringen versehen. Das Ortblech vermutlich ergänzt.  Auf der Quartseite des Mundblechs ist die Herstellersignatur „J.W. Keitel, Fourbißeurs a‘ Berlin“ eingraviert. Gesamtlänge 80 cm.

hirschfaenger-707 mit elfenbeingriff und scheide
Hirschfänger mit Elfenbeingriff und Lederscheide
mundblech des hirschfaengers-707 mit signierung des schwertfegers
Mundblech der Lederscheide mit eingravierter Signierung des Schwertfegers
der hirschfaenger-707 mit schoner klingenaetzung
Hirschfänger mit Elfenbeingriff und zweischneidiger Klinge
Details der Zierätzung mit Bandelwerk und Jagdtieren
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Hirschfänger-640

Hirschfänger-640

Hirschfänger-640, barocke Jagdwaffe aus Österreich um 1730

Stattliche Seitenwaffe mit gerader Rückenklinge, beidseits doppelt gekehlt, mit je einer breiten und einer schmalen Hohlkehlung. Der auslaufende Rückenschliff ist ca. 20 cm lang. Die an die Klingenschultern anschließende ungekehlte Partie zeigt in rechteckigem Rahmen fein eingeätzte Jagdszenen, terzseitig ein Wildschweinjagd, auf der Qartseite eine Hirschhatz mit Hunden. Die breite Hohlkehle trägt beidseitig auf ersten 6 cm geschwungene Ornamente.

Feuervergoldetes Messinggefäß mit halbplastischen Tierdarstellungen. Die Parierstange geht in den Griffbügel über und ist an ihrem Ende in einen Hundekopf ausgeformt. Auf dem großen, abwärts gewölbte Stichplatt wird eine Hirschjagd mit Hunden dargestellt. Der mit Schildplatt ummantelte Griff (zwei Fehlstellen) hat mittig auf der Terzseite eine glatte Elfenbeineinlage. Ein Löwenhaupt ziert die Knaufkappe mit Angelniet.

Passend dazu die originale braune Lederscheide mit erhaben verzierten, vergoldeten Beschlägen. Am Mundblech sind mittig ein geschwungener Tagehaken und seitlich zwei -bügel aufgelötet.

Gut erhaltene, dekorative Jagdwaffe eines hohen Adligen. Nach Angaben des Vorbesitzers aus dem Nachlaß des Adelsgeschlechtes Palffy (Österreich-Ungarn) stammend. Länge ca. 85 cm.

Lit.: Seitz, 1968, II,  Abb. 190 (um 1725); Katalog Jagdmuseum München, 1977, Inv. Nr. 2153 (um 1740); Westphal, Blankwaffen im Museum Jagdschloß Kranichstein, Seite 38

adeliger hirschfaenger-640 in der dazugehoerigern lederscheide
adeliger Hirschfänger in dazugehöriger Lederscheide
hirschfaenger-640 aus einem habsburger adelsgeschlecht
habsburgischer Hirschfänger um 1730 mit Klingenätzung
gefaess von hirschfaenger-640 mit schildplatt und elfenbeineinlagen
verziertes, feuervergoldetes Gefäß mit Schildplatt- und Elfenbeineinlagen
zieraetung einer wildschweinjagd auf der klinge von hirschfaenger-640
Zierätzung mit Darstellung einer Wildschweinjagd
zieraetzung einer hirschhatz auf der quartseite von hirschfaenger-640
Schildplattgriff und Zierätzung auf der Quartseite
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Jagd-Schwert-642

Jagd-Schwert-642

Jagd-Schwert-642, deutsch um 1780.

Wuchtige Jagdwaffe mit einschneidiger, flach gekehlter Rückenklinge (40 mm) und zweischneidiger Spitze aus der Epoche des beginnenden Klassizismus. Die Klinge trägt Ziergravuren und auf der Terzseite die Devise „Ein Jäger hat allzeit Verlangen mit wenig Müh viel zu fangen“. Quartseitig sind Jagdszenen dargestellt (ein Hund hetzt einen Hirschen).

Das Gefäß verfügt über eine vergoldete Messing-Montierung. Die eckige Parierstange weist eine geschnürlte Verzierung auf und wird von einem kleinen Muschel-Stichblatt ergänzt. Der Griff ist aus Hirschhorn gefertigt und wird von einem gemusterten Hilzenring sowie der Knaufkappe mit Vernietknauf begrenzt. Länge 76 cm.

*Vgl. Jan Sach „Illustriertes Lexikon der Hieb- und Stichwaffen“, Karl-Müller-Verlag, 1999, unter Abb. 222 ein Hirschfänger mit fast identischem Gefäß 

klassizistisches jagd-schwert-642 mit klingendekorationen
klassizistisches Jagdschwert mit Klingendekorationen
messingmontiertes gefaess von jagd-schwert-642 mit hirschhorngriff und gravuren
Messingmontiertes Gefäß mit Hirschhorngriff und Klingengravuren
detailansicht der gravuren mit devise von jagd-schwert-642
Terzseite mit Detailansicht der Ziergravuren und Devise
gravierte jagdmotive auf der quartseite von jagd-schwert-642
Quartseite mit gravierten Jagdmotiven

 

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Ganesha-Shakti-228

Ganesha-Shakti-228

Ganesha-Shakti-228

Über die Frage nach Ganeshas Ehestatus herrscht in Indien keine Einigkeit. Im Norden Indiens gilt er als mit Siddhi („Klugheit und Reichtum“) bzw. Riddhi („Erfolg, Gedeihen“) und Buddhi („Weisheit“) verheiratet, die beide oft auch nicht als reale Gattinnen, sondern als symbolische Eigenschaften des Gottes verstanden werden. Beide bilden Ganeshas Shakti. Im Süden Indiens gilt der Gott hingegen als ewiger Junggeselle, im „Zölibat“ lebend.

Die gezeigten Fotos von Ganesha-Shakti-228 sind jedoch eher typisch für den tantrischen Buddhismus in der Himalaya-Region. Hiervon gibt es mehrere Varianten, auf die ich hier aber nicht explizit eingehen möchte. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass die Vereinigung von Frau und Mann als Symbol der Einheitserfahrung gesehen wird. Der Tantrismus sieht sich als Weg, die den Wesen innewohnende Erleuchtung freizulegen und in einem einzigen Leben Erleuchtung erlangen zu können. Um den tantrischen Weg zu begehen, ist die Initiation (Einweihungsritual) durch einen Lehrer („Guru“, „Lama“) wesentlich. Der tantrische Lehrer führt den Schüler in die Aspekte der rituellen Praxis („Sadhana“) ein. Sowohl bei der Initiation als auch bei der Praxis kommt es zur Verwendung von „Mantras“ (heiligen Silben), „Mudras“ (speziellen Gesten) und „Mandalas“ (Diagramme, die visualisiert werden oder einen heiligen Raum abstecken). In Visualisierungen wird mit Meditationsgottheiten (tibetisch „Yidam“) gearbeitet. Lehrer und Schüler identifizieren sich dabei mit einer Figur, die Qualitäten der Erleuchtung verkörpert.  Die buddhistischen Mönche leben i.d.R. keusch, geleichwohl gibt es im tantrischen Buddhismus eine ausgeprägte sexuelle Symbolik, besonders in der Darstellung der Gottheiten mit ihren Gefährtinnen, wie hier bei Ganesha-Shakti-228, woraus oftmals ein falscher Eindruck entsteht. Die Sexualorgane werden zwar deutlich gezeigt, es geht im wesentlichen aber nicht um die Zelebrierung von „körperlichem Sex“, sondern vielmehr dient die figürliche Darstellung einer sexuellen Vereinigung ( in Tibet „Yab-Yum“ genannt) als Hilfsmittel für verschiedene Meditationspraktiken. Durch Übungen und Visualisierungen soll das Bewußtsein erweitert werden. Auch hier geht es um die Vereinigung der Polaritäten und die Möglichkeit damit verborgene Energien wieder freizusetzen.

Sowohl im Tantrismus Indiens als auch im tantrischen Buddhismus gibt es unterschiedliche Strömungen und Praktiken, die nicht von allen kritiklos akzeptiert werden. Einen interessanten Artikel hierüber findest du in der Zeitschrift „Emma“.

Ganesha-Shakti-228: Hochwertige Bronzearbeit bei der die Figuren aus der „verlorenen Form“ gegossen wurden. Ganesha und seine Shakti werden hier sitzend beim Geschlechtsakt dargestellt. Ganesha hat seine beiden Hände in „Shunya-Mudra“ nach außen gerichtet. Seine Shakti umarmt ihn. In ihrer rechten Hand hält sie ein Hackmesser (Kartika), in ihrer linken eine Schädelschale (Kapala). Beide sind vollkommen nackt. Es handelt sich hier um einen rituellen Akt, bei dem der symbolisch getötete Dämon der Unwissenheit, Zwietracht etc. zerstückelt und dessen Blut aus der Schädelschale getrunken wird (Aufnahme der Weisheit und Energie). Die nackten Figuren (Zeichen der Reinheit) sind in sexueller Vereinigung, bei der die getrennten Energien (weiblich/männlich) wieder zum Absoluten zusammengeführt werden.

Schwierige, passgenaue Anfertigung, die nur von Meistern Ihres Fachs beherrscht wird (bei der sexuellen Vereinigung umarmen sich die beiden Figuren und die Geschlechtsteile passen genau zusammen.) Das Meisterstück wurde von Newari-Handwerkern in Patan gefertigt. Fein nachgearbeitet, fast komplett feuervergoldet, die Gesichter mit Goldpulver bemalt, Haare und einige Akzente mit Mineralfarben koloriert. Höhe ca. 20 cm.

seiliche ansicht von Ganesha-Shakti-228
Ganesha in Vereinigungspose mit seiner Shakti
frontansicht der vereinigungungspose von Ganesha-Shakti-228
Frontansicht
ansicht von innigste umarmung von ganesha und seiner shakti
Umarmung von Ganesha und Shakti
detailansicht der einzelnen figuren von Ganesha-Shakti-228
Detailansicht des getrennten Paares
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Kapala-219

Kapala-219

sanskrit für Schädelschale, tibetisch „thod pa“. Ritualgegenstände wie das Kapala-219 werden für tantrische Zeremonien benutzt. Dabei wird -symbolisch- der gefangene Dämon mit einem Hackmesser (Kartika) zerstückelt, das Blut in einer Kapala aufgefangen und getrunken. Damit nimmt der Trinkende die Weisheit und die Energie des Dämons in sich auf und kann sie künftig „positiv“ einsetzen.  Die Kapala ist ein wichtiges Attribut für einige tantrische Gottheiten z.B.

Anfangs wurden die Kapalas aus der Kalotte menschlicher Schädel gefertigt. Mit der Zeit ging man immer mehr dazu über sie aus Bergkristall heraus zu schleifen. (Der klare Bergkristall gilt in allen Kulturen als Heil- und Zauberstein, soll Dämonen und Krankheiten vertreiben, kräftigend wirken und Blockaden lösen). Die Herstellung von großen Schädelschalen aus Bergkristall ist sehr schwierig, da recht große Kristalle gefunden werden müssen, die dann in mühevoller Handarbeit -traditionell mit Sand und einfachen Werkzeugen- bearbeitet werden und zwar so präzise, dass ein Zerspringen des Kristalls vermieden wird. Die Bearbeitung ist sehr zeitaufwendig und benötigt mehrere Monate oder Jahre!

Das hier abgebildete Kapala-219 besteht aus einer gefassten Schädelschale aus Bergkristall (Länge x Breite x Höhe = 21 x 15 x 10 cm) mit einem Deckel aus fein ziseliertem, feuervergoldetem Kupfer. Rings um den Rand des Deckels sind Halbedelstein-Cabochons aus Türkisen und roten Korallen eingearbeitet. Oben im Deckel steckt -im Zentrum eines Doppel-Vajra- ein Totenkopf aus Bergkristall (H x B = 6,0 x 3,5 cm). Das ganze ruht in einem Ständer aus getriebenem, feuervergoldetem Kupfer. Gesamtmaße: H x B x T = 35 x 15 x 21 cm.

Hochwertige Handarbeit aus der Himalaya-Region, die Schädelschale aus Bergkristall entspricht von den Abmessungen her in etwa der Größe einer menschlichen Schädelkalotte. Die Metallteile wurden mit dem Hammer getrieben und fein ziseliert. Sie stellen Pflanzenornamente und buddhistische Symbole dar. Durch die Feuervergoldung wirken sie in einem angenehmen Kontrast.

Kapala-219 gesamtansicht von vorne
Gesamtansicht von Kapala-219
seitenansicht von kapala-219
Seitenansicht
Kapala-219 ansicht von hinten
Ansicht von hinten
das Kapala-219 von oben aus betrachtet
Gesamtansicht von oben
deckel des kapala-219 ohne totenkopf
Deckel des Kapala
(Totenkopf entfernt)
der totenkopf aus dem deckel von Kapala-219
Bergkristall-Totenkopf (aus dem Deckel)
schaedelschale des Kapala-219 von vorne aus betzrachtet
Schädelschale aus Bergkristall von vorne
schaedelschale seitenansicht
Schädelschale von der Seite
schaedelschale aus bergkristall aus der vogelperspektive
Schädelschale von oben
rueckansicht der schaedelschale zu Kapala-219
Rückansicht der Schädelschale
staender fuer Kapala-219 aus vergoldetem kupfer
Ständer aus vergoldetem Kupfer

 

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Vajravarahi-206

Vajravarahi-206

Vajravarahi-206 oder tibetisch „Dorje Phagmo“ ist eine tantrische Gottheit des Vajrayana. Sie gilt als eine besondere Erscheinungsform der Sarvabuddha-Dakini (Vajrayogini). Der kleine Schweinskopf seitlich im aufgerichteten Haar und die Stellung der Beine unterscheidet die Vajravarahi („Vajra-Sau“) von der Sarvabuddha-Dakini. Ansonsten wird sie mit gleichem Gesicht, ähnlicher Pose und mit gleichen Attributen (mit oder ohne magischen Stab) dargestellt. Sie ist jung, in der Blüte ihrer Jugend und nur spärlich bekleidet, über den Lenden trägt sie lediglich ein Tigerfell. Ihr Leib ist unter anderem mit einer Kette aus Totenschädeln geschmückt. In der linken Hand hält sie eine Schädelschale (Sanskrit: kapâla). In der Rechten schwingt sie ein Hackmesser (Sanskrit: kartri, kartrikâ).

Für viele Mahayana-Buddhisten gilt sie als Erscheinungsform der Schutzgöttin Marici. Zusammen mit dem Yidam Chakrasamvara wird Vajravarahi -als seine Partnerin- oft in der Vereinigungspose (Yab-Yum) dargestellt.

Vajravarahi-206: Nepal, sehr fein bearbeiteter Bronzeguss aus der „verlorenen Form“, vergoldet und mit Mineralfarben bemalt. Höhe ca. 23 cm.

Vajravarahi-206 mit Saukopf im Haar
Vajravarahi mit Schweinskopf im Haar
Vajravarahi-206 von oben
Vajravarahi tanzt auf einem liegenden Menschen
Vajravarahi-206 von der Seite
tanzende Vajravarahi vor Flammenaureole
Vajravarahi-206 Ansicht von hinten
Vajravarahi-Dakini Rückansicht
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Ekajati-blaue-Tara-207

 

Ekajati-blaue-Tara-207

Ekajati (oder blaue Tara, tibetisch: ral gcig ma) bedeutet: „die, die nur einen Haarknoten hat“. Sie ist eine weibliche, zornvolle Erscheinung Taras im Himalaya-Buddhismus. Sie gilt als eine der mächtigsten und furchtbarsten Erscheinungen. Mit den ihr zugeschriebenen Kräften beseitigt sie die Angst vor Feinden, verbreitet Freude und entfernt persönliche Hindernisse auf dem Weg zur Erleuchtung. Ekajati ist die Schützerin der geheimen Mantras und gilt als große Mutter, insbesondere als Mutter Palden Lhamos und Mahakalas. Sie ist hier vor einer Flammen-Gloriole im Ausfallschritt nach rechts, einen Menschen zertrampelnd (Symbol für das ego), dargestellt. Mit ihrer rechten Hand schwingt sie eine menschliche Leichen–Keule, mit der sie dualistisches Klammern mit seiner eigenen Form zerschmettert. In ihrer linken Hand hält sie einen Mungo (Symbol des -inneren- Reichtums). Sie ist mit einer Kette aus Totenschädeln, einer Tiger- und einer Menschenhaut bekleidet. Unter der Schulterbekleidung hängt ihre einzige Brust herunter. Auf ihrem Kopf trägt sie eine Krone mit 5 Totenschädeln. Der eine Haarknoten ist symbolisch als goldener Fortsatz aus dem Haar dargestellt. Man sieht nur ein Weisheitsauge auf der Stirn – die anderen Augen werden symbolisch durch rote Flammen ersetzt.

siehe auch Tara-weiß-163 und Tara-grün-299  sowie Tara-rot

Nepal, Kupferskulptur aus der „verlorenen Form“ hergestellt. Sehr detailliert nachgearbeitet, feuervergoldet und mit Halbedelsteinen verziert. Höhe ca. 33 cm.

Ekajati-blaue-Tara-207 in Frontansicht
Ekajati, blaueTara
Ekajati-blaue-Tara-207 zertrampelt eine Leiche
Ekajati zertrampelt eine Leiche
Ekajati-blaue-Tara-207 in Seitenansicht
Ekajati, Seitenansicht
Ekajati-blaue-Tara-207 Rueckansicht
Rückansicht von Ekajati
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Kurukulla-205

Kurukulla-205

Von Kurukulla ( auch als Kuru-Kulle ausgesprochen) gibt es viele verschiedene Formen, die wichtigste und am meisten verehrte ist die Tarodbava Kurukulla. Sie wurde aus dem Hinduismus entnommen. Auf Rollbildern wird sie mit roter Kleidung auf einer roten Lotosblüte stehend abgebildet. Deshalb wird sie auch „rote Tara“ genannt. Als Metall-Skulptur wird sie von den Künstlern vor einer roten Flammenaureole (meist mit roter gesträubter Haartracht) dargestellt. Sie steht -wie viele andere Dakinis- mit dem linken Bein auf einem dämonenbesetzten Menschen, der auf einer Lotosblüte liegt. Kurukulla hat vier Arme, mit einem Händepaar spannt sie einen aus Blättern bzw. Blüten bestehenden Pfeil um ihn mit dem Bogen abzuschießen. Die zweite rechte Hand hält einen aus Blättern geformten Elefantenhaken, um damit das Objekt, das sie verzaubern möchte, zu lenken. Die zweite linke Hand umfaßt eine Fangschlinge (aus Blättern). Kurukulla begleitet eher eine Sonderrolle unter den Dakinis, denn sie wird nicht nur als Mittlergöttein sondern auch als Göttin des Wohlstandes und der unglücklich Verliebten betrachtet. Ihre Hauptfunktion ist es Götter, Dämonen und Menschen zu bezaubern, um sie auf friedliche Weise gefügig zu machen. Oft wird sie von unglücklich verliebten um Hilfe gebeten. Sie wird für den Anrufenden tätig, wenn er zehntausend Mal ihr Mantra spricht:“Om, Kurukulle, Hrih, Hum, Svaha.“

siehe auch Tara-weiß-163 und Tara-grün-299  sowie Ekajati-blaue-Tara-207

Nepal, sehr fein bearbeiteter Bronzeguss aus der „verlorenen Form“, vergoldet mit Türkis-Steinen besetzt und mit Mineralfarben bemalt. Höhe ca. 20 cm.

Kurukulla-205 die rote Tara
Kurukulla (rote Tara) mit Pfeil und Bogen
Kurukulla-205 Seitenansicht 1
Kurukulla, Seitenansicht 1
Kurukulla-205 tanzt auf einem Menschen
rote Tara tanzt auf einem Menschen
Kurukulla-205 die Einzelteile
die komplette Skulptur in Einzelteilen mit Sockel
Kurukulla-205 Rueckansicht
Kurukulla, Rückansicht